Elisabeth und Erich Gloeden

Erich Gloeden ist der Sohn des bedeutenden jüdischen Bronzegießereibesitzers Siegfried Loevy. Aus der Werkstatt der Gebrüder Loevy stammt z.B. der Schriftzug „Dem deutschen Volke“ am Berliner Reichstagsgebäude. Als Erich Loevy geboren lässt er sich 1918 von einem Freund der Familie adoptieren, um seinen jüdischen Namen abzulegen. Als Architekt arbeitet er während des Krieges in Berlin.

Elisabeth „Lilo“ wird in Köln geboren und ist promovierte Juristin und Gerichtsreferendarin. Sie und Erich Gloeden heiraten 1938. Das Ehepaar unterstützt gemeinsam mit Lilos Mutter Elisabeth Kuznitzky, die bei Ihnen wohnt, verfolgte Juden und Jüdinnen. Vor allem versorgen sie untergetauchte Bekannte und Verwandte mit Lebensmitteln.
Ende Juli 1944 nehmen sie den General der Artillerie Fritz Lindemann in ihrer Wohnung auf und verstecken ihn. Er ist einer der Hauptbeteiligten am missglückten Attentats- und Staatsstreichversuch vom 20. Juli und war zunächst in Dresden untergetaucht. Durch eine Denunziation wird der Aufenthaltsort des Generals verraten: am 3. September stürmt die Gestapo die Wohnung, dabei wird Fritz Lindemann schwer verletzt. Elisabeth und Erich Gloeden werden zusammen mit Elisabeth Kuznitzky und anderen Helfern verhaftet und schwer misshandelt. Fritz Lindemann wird in ein Polizeikrankenhaus eingeliefert und stirbt dort am 22. September 1944.

Elisabeth Gloeden, Erich Gloeden und Elisabeth Kuznitzky werden am 27. November vom Volksgerichtshof zu Tode verurteilt und drei Tage später, am 30. November 1944 im Strafgefängnis Plötzensee hingerichtet.