Franz Leuninger

Franz Leuninger erlernt zunächst das Maurerhandwerk und leitet in der Weimarer Republik verschiedene Bezirksorganisationen der christlichen Gewerkschaften. Er ist verheiratet mit Anna Paulina Meuser, mit der er drei Söhne hat. 1930 zieht er für die Zentrumspartei ins Breslauer Stadtparlament ein und kandidiert im März 1933 auch für den Reichstag. Leuninger ist ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus. Nach der Zerschlagung der Gewerkschaften im Frühsommer 1933 übernimmt er die Geschäftsführung der gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft „Deutsches Heim“. Auf diese Weise kann er die Verbindungen zu Verfolgten und Gegnern des NS-Regimes aufrechterhalten und kommt später in Kontakt mit den Widerstandsgruppen um Carl Goerdeler und Ludwig Beck. Die Verschwörer gewinnen Leuninger für das Amt des Oberpräsidenten der Provinz Schlesien. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wird er am 26. September 1944 festgenommen und für mehrere Monate im Berliner Zellengefängnis Lehrter Straße inhaftiert, am 26. Februar 1945 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 1. März 1945 in Berlin-Plötzensee ermordet.