Gustav Dahrendorf

Der Kaufmann Gustav Dahrendorf wird 1932 für die SPD als einer der jüngsten Abgeordneten in den Reichstag gewählt. Er wird als Sozialdemokrat 1933 zweimal inhaftiert. Seine Tätigkeit im Brennstoffgroßhandel nutzt Dahrendorf für illegale Verbindungen zu früheren Parteifreunden um Julius Leber, Carlo Mierendorff, Theodor Haubach und Wilhelm Leuschner. Er ist verheiratet mit Lina Maria Sörnsen, mit der er zwei Söhne hat. Gustav Dahrendorf beteiligt sich an der Umsturzplanung der Gruppen um Ludwig Beck und Carl Goerdeler und stellt sich als politischer Beauftragter für den Wehrkreis X (Hamburg) zur Verfügung.
Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler verurteilt der Volksgerichtshof unter Roland Freisler am 20. Oktober 1944 die Sozialdemokraten Julius Leber, Adolf Reichwein und Hermann Maass zum Tode. Im selben Prozess wird Gustav Dahrendorf zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt und bleibt bis zu seiner Befreiung durch die sowjetischen Truppen Gefangener im Zuchthaus Brandenburg-Görden.
Nach dem Krieg widersetzt er sich in der sowjetischen Besatzungszone der Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED und findet nach seiner Flucht in Hamburg eine neue Aufgabe in der Entwicklung der Konsumgenossenschaften.