Kurt Schumacher

Kurt Schumacher studiert von 1915 bis 1919 Rechts- und Staatswissenschaften und promoviert 1920. Noch während des Studiums schließt er sich 1918 der SPD an. Von 1920 bis 1930 politischer Redakteur der „Schwäbischen Tagwacht” in Stuttgart, steigt er zum Repräsentanten der Stuttgarter Sozialdemokratie auf. Leidenschaftlich setzt er sich gegen die Antidemokraten für die gefährdete Weimarer Republik ein. Mehrere Jahre ist er Vorsitzender der Stuttgarter Lokalorganisation des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Im September 1930 wird Kurt Schumacher Reichstagsabgeordneter. Als am 23. Februar 1932 Joseph Goebbels im Reichstag die SPD als „Partei der Deserteure” beschimpft, antwortet er mit einer Stegreifrede, die noch heute als eine der schärfsten Attacken gegen den Nationalsozialismus gewürdigt wird. Der steckbrieflich gesuchte Schumacher wird am 6. Juli 1933 in Berlin verhaftet. Kurzen Gefängnisaufenthalten in Berlin und Stuttgart folgt ein fast zehnjähriger Leidensweg durch verschiedene Konzentrationslager. Aus dem KZ Dachau entlassen, wird ihm ein Zwangsaufenthalt in Hannover zugewiesen. Nach dem Attentatsversuch vom 20. Juli 1944 wird er noch einmal für einige Wochen im KZ Neuengamme bei Hamburg inhaftiert. Von Hannover aus beginnt für den unumstritten führenden Mann der Sozialdemokratie der Wiederaufbau der SPD. 1946 wählt ihn der SPD-Parteitag zum Parteivorsitzenden. Er behält dieses Amt bis zu seinem Tod 1952.