Nikolaus Groß

Nikolaus Groß wächst im Ruhrgebiet in der Familie eines Schmieds auf und arbeitet nach der Entlassung aus der Volksschule zunächst in einem Walzwerk, seit 1915 im Bergbau. 1917 wird er Mitglied des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter, übernimmt Aufgaben als Gewerkschaftssekretär in Oberhausen, Schlesien und Sachsen, kehrt aber 1924 nach Bottrop zurück. Seit 1926 gehört er zum engen Kreis der Mitarbeiter von Otto Müller, dem Präses des Verbandes Katholischer Arbeiter- und Knappenvereine Westdeutschlands. 1927 übernimmt Groß die Schriftleitung der Westdeutschen Arbeiterzeitung und arbeitet eng mit Bernhard Letterhaus zusammen. Beide setzen sich offen bereits vor 1933 mit den Nationalsozialisten auseinander. Als die Westdeutsche Arbeiterzeitung 1938 verboten wird, lässt Groß als Nachfolgeorgan die Ketteler-Wacht erscheinen. Seit 1941 arbeitet er in der Männerseelsorge und versucht, die Verbandsarbeit fortzusetzen. Groß wird mehrfach verhaftet und verhört. Nach dem 20. Juli 1944 werden seine Verbindungen zu Carl Goerdeler und Jakob Kaiser bekannt. Am 12. August 1944 wird er verhaftet und am 15. Januar 1945 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Im Gefängnis Berlin-Tegel kann ihn seine Frau Elisabeth gegen alle Vorschriften ein letztes Mal sehen. Nikolaus Groß wird am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee ermordet.