Peter Buchholz

Peter Buchholz wird 1888 als Sohn einer kinderreichen Schreinerfamilie in dem Dorf Eisbach in der Nähe von Bonn geboren. Nach einer theologischen Ausbildung wird er 1911 zum katholischen Priester geweiht. Im ersten Weltkrieg ist er ab 1915 Divisionspfarrer und direkt an der Front tätig. Ab 1918 arbeitet Buchholz zunächst lange Jahre als Kaplan in Essen, bevor er ab 1926 als Gefängnispfarrer tätig wird. Mai 1943 wird er nach Berlin versetzt und ist als katholischer Seelsorger auch zuständig für das Strafgefängnis Berlin-Plötzensee, wo sich eine der zentralen nationalsozialistischen Hinrichtungsstätten befindet. Zu diesem Zeitpunkt werden hier monatlich weit über 100 Todesurteile der NS-Justiz vollstreckt. Buchholz betreut diejenigen deutschen und ausländischen Häftlinge, die Widerstand gegen das NS-Regime geleistet haben und auf Ihre Hinrichtung warten. Ab August 1944 sind es vorwiegend Menschen, die wegen ihrer Beteiligung am Umsturzversuch vom 20. Juli inhaftiert und in Plötzensee ermordet werden. In enger Zusammenarbeit mit dem evangelischen Pfarrer Harald Pölchau vermittelt er zwischen den Häftlingen und ihren Angehörigen letzte Nachrichten oder überbringt heimlich Lebensmittel und Briefe. Nach dem Krieg wird er für kurze Zeit Beauftragter für kirchliche Angelegenheiten im neu gebildeten Magistrat der Stadt Berlin, bevor er 1946 wieder ins Rheinland zurückkehrt. Neben seiner wieder aufgenommenen Arbeit als Gefängnispfarrer setzt er sich in zahlreichen Vorträgen und Rundfunkansprachen für die Erinnerung an diejenigen Frauen und Männer des Widerstands ein, die in Plötzensee hingerichtet wurden. Peter Buchholz stirbt 75-jährig am 4. Mai 1963 in Bonn.